Grandiose Bühnenpräsenz und schillernder Funk

Baumburger Kultursommer startet in seine zweite Saison

Der 2. Baumburger Kultursommer ist eröffnet. Ohne Sommer, ohne Baumburg – das wurde am Mittwochabend aber von der Komponente Kultur locker wettgemacht. Obwohl die Vorzeichen nicht allzu günstig waren: Wegen des unsicheren Wetters hatte Veranstalter Muk Heigl die Konzerte in den Saal des Gasthofs „Zur Post“ verlegt, der Red-Bull-Tourbus der Wiener Mary Broadcast Band blieb auf der Autobahn liegen und Jacuzzi hatten leichte Schwierigkeiten, wegen des Ökumenischen Kirchentags aus München rauszukommen. Mit dem ersten Takt war das alles vergessen. Mary Broadcast rockten vom Fleck weg, als gäb’s kein Morgen. Rock und Blues, Funk und Soul, Folk und Pop, gefühlvolle Balladen und brachiale Kracher – Frontfrau Mary Lamaro glänzt mit grandioser Bühnenpräsenz und vor allem mit einer unglaublich ausdrucksstarken stimmlichen Bandbreite. Ihre Band steht ihr dabei in puncto Expressivität in nichts nach – „Funky bluezy new Soul“ in Vollendung.

Über ein sagenhaftes Timing verfügen Jacuzzi: Mit ordentlich Druck kommt jeder Einsatz des brillanten Bläsersatzes mit kristallklarer Exaktheit, Bass und Schlagzeug legen ein Fundament, das so komplex strukturiert wie tragfähig ist; die Gitarre setzt strahlende Glanzlichter drauf. Funk vom Feinsten, unterfüttert mit einer leuchtend-grellem Jazzrock. Jacuzzi erinnern in ihrer Dynamik an Blood, Sweat & Tears, ohne dabei in den 70er Jahren steckenzubleiben. Nicht zuletzt ein Verdienst der Sänger Mirko Werler und Petra Scheeser: Die schaffen es, die Wurzeln des perfekten Band-Sounds ins 21. Jahrhundert zu tragen.

Wird der Baumburger Kultursommer auf diesem Qualitätsniveau fortgeführt, dann ist für den Musikfan das Ausbleiben des Sommers wenigstens temporär erträglich. Und Veranstalter Heigl verspricht: „Wir bleiben auf dem Level.“ Wovon sich Bluesfreunde schon heute Abend überzeugen können, wenn „Crazy“ Chris Kramer und die Hot Shot Blues Band ab 20 Uhr den Innenhof des historischen Gutshofs Baumburg mit ihren blauen Noten beschallen – oder eben wieder den Saal im Gasthof „Zur Post“.